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Impfungen und Hidradenitis Suppurativa (HS) / Akne inversa – Gibt es da einen Zusammenhang?
Aktualisiert: Juli 2025

Immer wieder wird in unserer Community die Frage gestellt, ob Impfungen - vor allem im Kindesalter - irgendwie mit der Entstehung von Hidradenitis Suppurativa (HS, in Deutschland Akne inversa genannt) zu tun haben könnten.
Gerade seit Corona ist dieses Thema noch emotionaler und präsenter geworden.

Was sagt die Wissenschaft dazu?

Bis heute gibt es keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass Schutzimpfungen im Kindesalter direkt zur Entstehung von HS führen. Auch ein ursächlicher Zusammenhang konnte bislang nicht nachgewiesen werden.

Was aber sehr wohl beobachtet wurde, sind vermehrte Schübe nach mRNA-Impfungen gegen COVID-19.
Allerdings nur bei Menschen, die bereits HS hatten. Hier ein paar spannende Studien, die sich genau damit beschäftigt haben:


Studie 1:
Menschen mit HS hatten nach mRNA-Impfstoffen wie Pfizer oder Moderna etwa 3,5-mal häufiger einen Schub als nach anderen Impfstofftypen.
Quelle:https://www.mdpi.com/2077-0383/13/16/4617

Studie 2:
19 % der befragten HS-Betroffenen berichteten innerhalb von 30 Tagen nach der Impfung von einem Schub. Auch hier hauptsächlich bei mRNA-Impfstoffen.
Quelle:https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC11602568/

Studie 3:
Eine große Analyse aus den USA mit Daten von über 1 Millionen Menschen untersuchte, ob Menschen mit Akne inversa (HS), insbesondere jene unter Biologika-Therapie, ein erhöhtes Risiko für Impfkomplikationen nach der COVID-19-Impfung haben. Das Ergebnis war beruhigend: Die Impfung war nicht mit einem Anstieg von HS-Schüben oder anderen negativen Effekten bei HS-Betroffenen verbunden - auch nicht bei gleichzeitiger Einnahme von Biologika.
Quelle:https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9111878/

Studie 4:
Ein weiterer Bericht kam zu dem Ergebnis, dass die Vorteile des Impfschutzes gegen schwere Verläufe deutlich höher zu bewerten sind als mögliche vorübergehende Schubrisiken bei HS.
Quelle:https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9274824/

Diese Erkenntnisse beziehen sich auf derzeit aktuelle Daten. Sollte jemand neuere Studien finden oder Erfahrungen teilen wollen, meldet euch gern - dann halten wir diesen Beitrag aktuell.


Mein persönlicher Standpunkt:
Ich selbst sehe viele Dinge seit Corona anders - und auch ich denke, dass wir Zusatzstoffe, Adjuvantien oder allgemeine Belastungen durch Impfungen kritisch hinterfragen dürfen. Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass viele Faktoren zur Entstehung von HS beitragen - darunter Genetik, Lebensstil, Ernährung, Hormone, Darmgesundheit, Umweltfaktoren und chronische Entzündungen.
Die Frage nach Impfungen als "möglicher Auslöser" ist verständlich - aber sie kann derzeit nicht wissenschaftlich belegt werden. Trotzdem finde ich es wichtig, dass wir uns diese Gedanken machen dürfen, ohne dafür verurteilt zu werden.

Fazit
Es gibt aktuell keinen wissenschaftlich belegten Zusammenhang zwischen allgemeinen Schutzimpfungen und der Erstmanifestation von HS.
Bei bestehenden HS-Erkrankungen können Impfungen in Einzelfällen einen temporären Schub auslösen - wie übrigens auch andere körperliche Belastungen, Infekte oder Stress.

Alles Liebe
Bine



Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert - falls du selbst neue Infos oder spannende Studien findest, schreib mir gerne. Gemeinsam halten wir das Thema offen und ehrlich.
Kontakt: info@ai-club.de



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