Wir sind nicht allein 2...

#1 von Hildchen , 28.09.2008 20:18

Alles müßte super sein.
Ich war gesund hatte keine Schmerzen mehr. Mein Vater war nicht mehr so cholerisch wie früher,man konnte es gut mit ihm aushalten.
März 2001 der Schock! Magenkrebs im Endstadium!
3 Wochen haben sie ihm noch gegeben. Am 8.9. ist er verstorben.
Und ein Teil von mir ist mit ihm gegangen.

Ich war nicht mehr ich selbst,wollte auch sterben. Habe in seiner Krankenakte gelesen,daß sie den unheilbaren Krebs schon ein Jahr vorher diagnostiziert hatten!
Von da an war ich dauerkrank! Das ganze Jahr Schnupfen,Stirnhöhlenvereiterung,Pfeifferisches Drüsenfieber,Schwäche,ect...
Habe viel Wein getrunken,um den unendlichen Schmerz zu betäuben.
So ging es bis 2004.

Am 11.3. telefonierte ich mit einer Anwältin,weil ich die Ärzte anzeigen wollte,die damals meinem Vater seine Diagnose verheimlicht hatten.
Das wäre nicht einmal so schlimm gewesen,wenn sie ihn 2001 nicht (im selben Krankenhaus) als Simulanten beschimpft hätten!
Ich war also stocksauer!

Dann telefonierte ich noch mit einer Freundin und als ich auflegte,hatte ich auf eimal ein ganz seltsames Gefühl!
Mein ganzer Zorn auf die Ärzte war verschwunden.
Ich spürte eine unendliche Liebe ganz tief in mir drin.
Alle meine Ängste waren auf einmal weg und ich fühlte mich eingehüllt in Sicherheit und Geborgenheit. Es war überwältigend!
So etwas hatte ich noch nie erlebt!

Mein ganzes Leben lang dachte ich,wo ist denn der Gott,der alles gut macht und überhaupt?
4 meiner Freunde sind gestorben,meine Großeltern,Tante und Onkel,...
Meistens war ich während meiner Krankheit suicidal und fühlte mich unendlich einsam.
Naja und als ich in Marburg war '99,da gab mir der Arzt noch eine Tel.nr. von einer Therapeutin.

Nach meinem AHA-Erlebnis,was nur von "oben" kommen konnte,kramte ich also die nr. heraus und rief an.
Jeder Therapieplatz hat eine Warteliste,aber ich bekam einen Termin in 14 Tagen.
Dort schickten sie mich zu einer Klinik für Psychotherapie und auch da bekam ich innerhalb 2 Wochen einen Termin.
Der Therapeut nahm mich in seine ambulante Gruppe auf (1mal wöchentlich) und am 1.9.kam ich dann stationär für 12 Wochen.
In der 11. Woche konnte ich fühlen,wie ich endlich meinen Vater losgelassen habe. Es war soooo befreiend!
Und ich verliebte mich!
Seit meiner ersten großen Liebe war das gar nicht mehr möglich!
Und dann so etwas!
Mit meinem Freund bin ich heute noch zusammen.
2005 ist meine beste Freundin von hier weg gezogen und es ging mir wieder schlecht.

2006 bin ich wieder stationär und da kam dann endlich heraus,daß ich
ein Trennungstrauma habe.

(EIN TRAUMA WIRD IM GEHIRN FALSCH "ABGESPEICHERT" UND IST DESHALB IMMER ZUGÄNGLICH;WENN ES NICHT VERARBEITET WIRD!)

Kein Wunder also,daß ich mit den vielen Abschieden nicht umgehen konnte und immer kränker wurde.
2007 war ich auch noch 2mal in der Klinik.

Ich war noch nie ein Mensch,der viele Kontakte hat,aber die letzten 2 Jahre hatte ich eine wunderbare Freundin,die Beste überhaupt!
Auch sie ist dieses Jahr verstorben und sie fehlt mir unendlich sehr!
Ich habe geträumt,daß sie tot ist und dann hat es sich bestätigt.
Seit dem geht es mir wieder hundsmiserabel.

Eines Abends nach meiner ambulanten Std bin ich heulend heim gefahren und auf der Autobahn waren 2 Regenbögen übereinander.
Ich brauche immer eine halbe Stunde bis heim und (ob ihr es glaubt oder nicht),sie gingen erst weg,als ich zu Hause ausgestiegen bin!
Ich bete jeden Abend und an diesem wünschte ich mir,daß ich von meiner Freundin träume,damit ich noch einmal mit ihr reden kann.
UND ES GESCHAH!!!! WIR REDETEN UND LACHTEN,bis ich auf einmal mit Herzrasen aufwachte.
Dann schlief ich wieder ein und träumte noch einmal von ihr.
Es war der schönste Traum,den ich je hatte!
Sie war von hellem Leuchten umgeben und ich fragte sie,ob sie nicht bei mir bleiben kann. Darauf sagte sie: "Hildchen,Du weißt doch,daß das nicht geht." Und lächelte die ganze Zeit.
Dann drückte ich sie und wir verabschiedeten uns.
Es wurde immer heller...bis ich aufgewacht bin.
Seit dem bin ich noch mehr als überzeugt,daß es einen Gott gibt!

Und auch,wenn ich hier keine Freundin mehr zum Reden habe...
...so habe ich jetzt Euch gefunden!
Und das ist wunderbar!

DANKE!

 
Hildchen
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RE: Wir sind nicht allein 2...

#2 von Hildchen , 28.09.2008 20:31

Das Trennungstrauma stammt von meiner Geburt.
Brutal mit einer Zange heraus gezerrt und dann sofort weg von meiner Mutter.
Andere Baby's werden der Mama auf den Bauch gelegt,erfahren Wärme,Zuneigung,Geborgenheit...gewinnen Urvertrauen.
Dieses fehlt mir und wenn ein Mensch von mir weg geht,egal auf welche Weise,fühle ich immer wieder diese Einsamkeit von damals.
Aber auch da gibt es Lösungen und Möglichkeiten,es zu verarbeiten.

 
Hildchen
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RE: Wir sind nicht allein 2...

#3 von hasischnitte ( Gast ) , 28.09.2008 21:11

hasischnitte

RE: Wir sind nicht allein 2...

#4 von teddy ( Gast ) , 29.09.2008 06:47

Liebes Hildchen,
ich finde es toll, wie du einen Weg für dich gefunden hast, mit solchen Sachen umzugehen.
Meine Mama ist im Januar schon 23 Jahre tot und ich habe immer noch nicht geschafft sie los zu lassen. Klar gibt es Zeiten, wo ich nicht so an ihr denke aber dafür habe ich auch sehr heftige Tage, wo sie mir unendlich fehlt und auch ich hoffe, das ich mal wieder von ihr träumen kann um mit ihr zu reden, bloss träumen tue ich öfters von ihr, aber nicht das ich mit ihr reden kann. Ich denke auch ich habe angst vor Trennungen, denn seit 1979-1987 verlor ich durch den Tot mehrere Verwande, die ich unendlich lieb hatte.
Ich bin auch vor kurzem bei einem Psych gewesen, der mich aber fertig gemacht hatte und überlegen musste, ob ich überhaubt in Behandlung gehen müsste.
Leider habe ich soviel mit gemacht, das ich in Behandlung müsste.
Leider habe ich bis heute noch keinen neuen Therapeuten gefunden. Wenn ich die Untersuchung in Bochum hinter mir habe und ich dann weiss ob ich noch mal operiert werden muss, werde ich versuchen, das auch ich in eine Klinik kommen kann, damit ich von meinen Trauma`s weg komme und mal endlich anfangen kann, mich über das Leben zu freuen.
Alles Liebe Tanja

teddy

RE: Wir sind nicht allein 2...

#5 von Hildchen , 29.09.2008 11:37

Hallo Tanja.

Danke für Deine Antwort.
Es tut mir leid,daß Du auch schon so viel mit gemacht hast.
Mir hilft es,darüber zu schreiben. Und ich denke,vielleicht hilft es Anderen und macht etwas Mut.

Leider kommt es manchmal vor,daß man an die falschen Therapeuten grät.
Da kann man nur weiter suchen. Es gibt auch viele Gute.

Ich habe auch Angst,noch meine Mutter zu verlieren.
Aber darauf hat man leider keinen Einfluss.

Meine Träume sind sonst nicht so toll. Wenn ich mal was Schönes träume,weiß ich es meistens nicht mehr. Aber dieser Traum war so real.

Ich wünsche Dir alles Gute für Deine Untersuchung.
Es gibt immer einen Weg.

Liebe Grüße, Arnhild.

 
Hildchen
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