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Welche Vitamine bei Akne inversa/Hidradenitis suppurativa sinnvoll sein können - Erfahrungen & Grundlagen

Viele HS-Betroffene haben jahrelang starke Entzündungen, Schmerzen, Antibiotika, Stress und Schlafmangel hinter sich. Gleichzeitig werden Mikronährstoffe kaum kontrolliert. Wenn überhaupt, dann maximal Vitamin D - und selbst das oft nur widerwillig.


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Dem Thema Mikronährstoffe wird leider in der klassischen Schulmedizin immer noch zu wenig Beachtung geschenkt. Dabei deuten doch vermehrt Hinweise darauf hin, dass Mikronährstoffmängel bei Patienten mit HS/Ai/MV eine Rolle spielen könnten. Sowohl bei der Entstehung als auch im Verlauf der Erkrankung.

Warum könnten Mikronährstoffe bei HS relevant sein?

1. Chronische Entzündung = erhöhter Verbrauch
HS/Ai/MV ist eine systemische Entzündungskrankheit. Der Körper verbraucht dabei vermehrt bestimmte Nährstoffe, die für das Immunsystem und die Zellreparatur wichtig sind.

2. Beeinträchtigte Resorption
Chronische Entzündungen und Medikamente (z.B. Antibiotika, Schmerzmittel) können die Aufnahme von Mikronährstoffen stören. Auch die Risikofaktoren wie Übergewicht und Rauchen beeinträchtigen die Nährstoffversorgung.

3. Studienlage (wenn auch begrenzt)
Einige Studien deuten auf Zusammenhänge zwischen Mikronährstoffmängeln und HS hin - insbesondere bei Vitamin D, Zink und Eisen.


4. Ai-Club eigene Umfrage: Mikronährstoff-Check - Wurde das bei euch schon mal gemacht?
An unserer Umfrage zum Thema Mikronährstoff-Check bei HS/Ai/MV haben insgesamt 316 Personen teilgenommen. Die Ergebnisse verteilen sich wie folgt:


• 14 Personen (5 %) gaben an, dass ihr Arzt eine Mikronährstoffanalyse durchgeführt hat.
• 12 Personen (4 %) haben eine Mikronährstoffanalyse beim Hausarzt, nicht beim Hautarzt, durchführen lassen.
• 9 Personen (2 %) hatten die Analyse aufgrund einer anderen Erkrankung als HS/AI/MV.
• 44 Personen (13 %) haben die Mikronährstoffanalyse selbst veranlasst und bezahlt.
153 Personen (49 %) haben noch nie eine Mikronährstoffuntersuchung erhalten.
84 Personen (27 %) wussten gar nicht, dass Mikronährstoffe bei HS/AI/MV relevant sein könnten.

Dies ist natürlich nicht repräsentativ, zeigt aber einen deutlichen Querschnitt unserer Situation. Fast ein Drittel weiss überhaupt nicht, dass die Mikronährstoffe relevant sein könnten. Fast genau die Hälfte hatten dies noch nie untersucht bekommen. Gerade mal ein Viertel hat eine Blutanalyse erhalten, davon mussten aber über die Hälfte dies selbst veranlassen.




Welche Mikronährstoffe sollte man bei HS kontrollieren?

Magnesium
Magnesium ist ein essenzieller Mineralstoff, der für zahlreiche Stoffwechselprozesse im Körper wichtig ist. Besonders bei HS/Ai/MV spielt Magnesium eine bedeutende Rolle.

Wirkungen und Vorteile:


● Entzündungshemmend: Magnesium kann die Produktion proinflammatorischer Zytokine reduzieren und so Entzündungsprozesse im Körper abschwächen.
● Muskel- und Nervenfunktion: Ein ausreichender Magnesiumspiegel unterstützt die Muskelfunktion, beugt Krämpfen vor und stabilisiert das Nervensystem.
● Stressregulation und Schlaf: Magnesiummangel kann die Stressanfälligkeit erhöhen und Schlafprobleme begünstigen.
● Stoffwechsel: Magnesium ist entscheidend für den Glukosestoffwechsel und die Insulinsensitivität - das ist besonders relevant, da viele HS-Patienten von metabolischen Begleiterkrankungen betroffen sind.

Besondere Hinweise:


● Resorption: Chronische Entzündungen, bestimmte Medikamente (z. B. Protonenpumpenhemmer, Antibiotika) oder Darmprobleme können die Aufnahme von Magnesium verringern.
● Zusammenhang mit Vitamin D: Vitamin D benötigt Magnesium, um im Körper aktiviert werden zu können. Ein Mangel an Magnesium kann daher die Wirkung von Vitamin D stark beeinträchtigen.

Obwohl spezifische Studien zum Zusammenhang zwischen Magnesium und HS begrenzt sind, deuten einige Hinweise darauf hin, dass eine ausreichende Magnesiumzufuhr die Behandlung von chronisch entzündlichen Erkrankungen unterstützen kann.





Vitamin D (25-Hydroxyvitamin D)

Viele HS-Patienten haben einen Mangel, der mit einer erhöhten Entzündungsneigung einhergeht. Eine gezielte Supplementierung könnte die Schubrate reduzieren.

Begründung: Im Ai-Club haben wir eine Umfrage zum Vitamin-D-Status gestartet:


● Insgesamt gab es 79 Antworten.
● 28 Personen (36 %) kennen ihren Wert nicht.
● Nur 6 Betroffene erreichen den empfohlenen Wert von ≥60 ng/ml, der bei HS aufgrund der hohen Entzündungsneigung angestrebt wird.
● 39 Personen weisen eine gravierende Unterversorgung (0-40 ng/ml) auf.
● 10 Personen liegen im Bereich von 40-60 ng/ml.

Diese Ergebnisse bestätigen Studien, die zeigen, dass ein Großteil der HS-Patienten einen Vitamin-D-Mangel hat, der mit erhöhter Entzündungsneigung und schwereren Krankheitsverläufen einhergeht.





Zink
Zinkmangel kann die Entzündungsneigung verstärken. Wer seine Werte überprüft, kann bei Bedarf gezielt supplementieren, um Haut und Immunsystem zu unterstützen.
Zink wirkt antioxidativ und entzündungshemmend und spielt eine wichtige Rolle für Hautgesundheit und das Immunsystem. Einige Studien zeigen, dass eine gezielte Zink-Supplementierung, etwa mit Zinkgluconat, die Symptome von HS verbessern kann.



Vitamin B12 und B9 (Folat/Folsäure)
Vitamin B12 und Folat (B9) sind wichtige Cofaktoren für Zellreparatur, Blutbildung und die Funktion des Immunsystems. Ein Mangel kann die Entzündungsneigung erhöhen.


Messung:
● Vitamin B12: Holo-TC (aktives B12) bevorzugt, ansonsten normales Serum-B12.
● Folat: Serum-Folat messen, nicht nur die Standard-Folsäurewerte.

Eine systematische Übersichtsarbeit deutet darauf hin, dass eine gezielte Supplementierung von Vitamin B12 bei HS-Patienten die Symptome verbessern kann.





Vitamin B6 (PLP)
Vitamin B6 ist wichtig für die Entzündungsregulation, Nervenfunktion und den Aminosäurestoffwechsel.


Messung: Serum-PLP (aktive Form von B6) gibt Aufschluss über den Status.

Ein Mangel kann die Entzündungsneigung verstärken und Nervenprobleme begünstigen.



Homocystein
Homocystein ist ein wichtiger Marker, der indirekt zeigt, ob Vitamin B12, B6 und Folat im Körper ausreichend verfügbar und aktiv sind.


Messung: Serum-Homocystein.

Ein erhöhter Homocysteinwert kann auf Defizite bei B-Vitaminen hinweisen, auch wenn die Serumwerte dieser Vitamine scheinbar normal sind.



Selen
Selen unterstützt die antioxidative Abwehr und stärkt das Immunsystem. Obwohl es derzeit keine spezifischen Studien zum Zusammenhang zwischen Selenmangel und HS gibt, könnte eine ausreichende Selenversorgung aufgrund seiner allgemeinen immunmodulierenden Eigenschaften für HS-Patienten von Vorteil sein.



Eisen (Ferritin, Transferrinsättigung, Hämoglobin, CRP)
Chronische Entzündungen, wie sie bei Hidradenitis suppurativa (HS) auftreten, können zu einem funktionellen Eisenmangel führen (Anämie bei chronischer Erkrankung). Zusätzlich können Blutverluste oder eine unzureichende Eisenaufnahme die Eisenversorgung beeinträchtigen.

Da Ferritin nicht nur die Eisenspeicher widerspiegelt, sondern auch als Entzündungsmarker ansteigen kann, sollte der Ferritinwert bei HS nicht isoliert betrachtet werden. Ein normaler oder sogar erhöhter Ferritinwert schließt einen Eisenmangel deshalb nicht immer aus.

Für eine aussagekräftigere Beurteilung des Eisenstatus können unter anderem folgende Laborwerte herangezogen werden:

● Ferritin (Speichereisen)
● CRP (zur Einschätzung einer möglichen Entzündung)
● Hämoglobin (Hb)
● Transferrinsättigung
● gegebenenfalls Serum-Eisen

Erst die gemeinsame Betrachtung dieser Werte ermöglicht eine deutlich bessere Einschätzung der Eisenversorgung als ein einzelner Laborwert allein.




Omega-3-Fettsäuren
Omega-3-Fettsäuren haben eine starke entzündungshemmende Wirkung, unter anderem durch die Modulation von Zytokinen - den Botenstoffen des Immunsystems, die Entzündungen fördern oder hemmen können. Omega-3-Fettsäuren helfen, das Gleichgewicht der Zytokine in Richtung einer geringeren Entzündungsreaktion zu verschieben.


Messung: Omega-3-Index im Vollblut zeigt, ob die Fettsäuren tatsächlich in den Körperzellen ankommen.





Warum wird das so selten gemacht?

● Der Fokus liegt oft auf der symptomatischen Behandlung (Antibiotika, Biologika, Chirurgie).
● Es gibt keine klaren Leitlinien, die Mikronährstoffkontrollen empfehlen.
● Ganzheitliche Ansätze werden oft auch unwissenschaftlich abgetan („Schwurbler"-Vorwurf).
● Desinteresse, Zeitmangel und Kosten in der klassischen Praxis verhindern eine breitere Umsetzung.
● Es gibt zu wenige evidenzbasierte Studien zu diesem Thema.




Mein persönliches Fazit:
Es wäre absolut sinnvoll, bei HS-Patienten eine gezielte Labordiagnostik für Mikronährstoffe durchzuführen - und das bei jedem Schwergrad der HS/Ai/MV und vor allem in regelmäßigen Abständen.

Mein konkreter Appell:


⇒ Ärzte sollten standardmäßig Vitamin D, B-Vitamine, Zink und Eisen kontrollieren.
Mehr Forschung in dem Bereich ist notwendig.
Patienten sollten selbst aktiv werden.


Mikronährstoffe allein sind sicher keine Wunderlösung, aber sie könnten einen wichtigen Beitrag zur Behandlung von HS/Ai/MV leisten.
Eine regelmäßige Kontrolle sollte deshalb zum Standard werden.




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Diese Checkliste basiert auf Erfahrungen aus dem Akne inversa Club und ersetzt keine ärztliche Beratung, kann aber helfen, gezielter ins Gespräch zu gehen.





Hinweis:
Die Inhalte auf dieser Seite basieren auf persönlichen Erfahrungen, dem Austausch innerhalb von Selbsthilfegruppen sowie öffentlich zugänglichen Informationen. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keinesfalls eine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch ausgebildete Ärzte oder andere Fachkräfte im Gesundheitswesen. Bitte wende dich bei gesundheitlichen Fragen immer an eine qualifizierte medizinische Fachperson.



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