Viele Menschen hören nach einer langen Suche zum ersten Mal den Begriff Hidradenitis suppurativa (HS). Vielleicht wurde bei dir auch noch der deutsche Begriff Akne inversa verwendet. Doch was bedeutet diese Diagnose eigentlich?
Was ist HS?
Hidradenitis suppurativa (HS) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung.
Sie betrifft vor allem Bereiche des Körpers, in denen viele Haarfollikel und bestimmte Drüsen vorkommen, zum Beispiel:
✔️ Achselhöhlen ✔️ Leistenbereich ✔️ unter der Brust ✔️ Gesäßbereich ✔️ Intimbereich
Typisch sind wiederkehrende schmerzhafte Entzündungen, Knoten, Abszesse oder Fistelgänge. Der Verlauf kann bei jedem Menschen unterschiedlich sein.
Warum ist HS keine klassische Akne?
Der Name Akne inversa führt leider oft zu Missverständnissen.
HS hat zwar äußerlich manchmal Ähnlichkeiten mit Pickeln oder Akne, ist aber eine eigenständige Erkrankung. Es geht nicht um "unreine Haut" oder mangelnde Pflege, sondern um eine komplexe Entzündungsreaktion des Körpers.
Warum entsteht HS?
Die genaue Ursache von HS ist noch nicht vollständig geklärt.
Man weiß heute, dass verschiedene Faktoren eine Rolle spielen können, unter anderem:
✔️ eine Fehlregulation des Immunsystems ✔️ genetische Faktoren ✔️ hormonelle Einflüsse ✔️ bestimmte persönliche Trigger können den Verlauf beeinflussen
Ist HS ansteckend?
Nein. HS ist nicht ansteckend und kann nicht durch Berührung oder gemeinsamen Kontakt übertragen werden.
Warum dauert die Diagnose oft so lange?
Leider wird HS häufig erst spät erkannt. Viele Betroffene erleben zunächst Fehldiagnosen wie:
Da die Erkrankung außerdem sehr schambesetzte Körperstellen betreffen kann, sprechen viele Menschen lange nicht darüber. Eine richtige Diagnose kann aber ein wichtiger erster Schritt sein, um passende Behandlungsmöglichkeiten zu finden.
Viele Menschen leben mit HS – auch wenn man sie nicht sieht
HS ist eine Erkrankung, über die noch immer wenig gesprochen wird. Viele Betroffene kennen lange niemanden mit ähnlichen Erfahrungen und denken deshalb, sie wären die einzigen.
Der Austausch mit anderen Menschen mit HS zeigt: Diese Erkrankung betrifft mehr Menschen, als viele vermuten.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Therapieentscheidungen sollten immer gemeinsam mit dem behandelnden Arzt getroffen werden.