Ich teile heute, wie MEINE Ernährung aussieht und welche Trigger ich für MICH erkannt habe. Nicht als Vorlage, nicht als Empfehlung, sondern als Einladung, den eigenen Weg zu finden.
Ich werde sehr oft gefragt, wie ich mich eigentlich ernähre und was meine persönlichen Trigger sind. Darum möchte ich das heute einmal gesammelt aufschreiben. Nicht als Wahrheit für alle, nicht als Regelwerk und schon gar nicht als "so müsst ihr das auch machen". Sondern einfach als mein Weg, so wie er sich für mich über viele Jahre herauskristallisiert hat. Um das alles herauszufinden, hatte ich im Grunde nur zwei Werkzeuge: ein Tagebuch und die Ehrlichkeit mir selbst gegenüber.
Ich lebe mit meiner Ernährung nun seit über 18 Jahren. Seitdem habe ich keine Symptome der HS mehr. Seit mehr als 13 Jahren bin ich vollständig saniert und habe keine alten Entzündungsherde mehr. Halte ich mich einmal nicht ganz an meine eigenen Regeln, bekomme ich wieder einen Abszess. Deshalb ist mir eines ganz wichtig, das klar zu sagen: Ich bin nicht geheilt von HS. Ich habe die Erkrankung aber vollständig unter Kontrolle.
Bei mir sind es ganz klar Zucker und alle klassischen Getreide wie Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer. Seit ich diese Dinge weglasse, hat sich automatisch sehr viel verändert. Ich esse und trinke deutlich weniger Fertiggedöns, einfach weil vieles davon dadurch sowieso wegfällt (in fast allen wird Zucker als Zutat genutzt). Das war keine bewusste Entscheidung, sondern eine logische Folge dieser Umstellung.
Wurst vertrage ich mittlerweile gar nicht mehr. Ich war nie ein großer Fleischesser und esse heute wirklich wenig Fleisch. Was sich aber komplett verändert hat, ist mein Gefühl fürs Essen. Geschmack ist intensiver geworden, ich spüre Hunger und Sattsein viel besser und ja, es gibt auch bei mir Jeeper-Zeiten. Manchmal habe ich richtig Lust auf Fleisch. Dann wird gegrillt und dann esse ich auch zwei oder drei Stücke. Ganz bewusst, ohne schlechtes Gewissen und immer nur Fleisch von glücklichen Tieren vom Bauern oder Schlachter unseres Vertrauens.
Ein großer Bestandteil meiner Ernährung ist Reis. Ich esse wirklich viel davon und werde dem überhaupt nicht müde. Dazu liebe ich Tomaten und esse generell viel Gemüse. Daraus lässt sich so viel machen, dass es auch der ganzen Familie schmeckt, unsere Brokkoli-Pizza ist da das beste Beispiel. Wir bekommen jede Woche eine Bio-Gemüsekiste und wer sich das leisten kann, dem kann ich das von Herzen empfehlen.
Obst ist bei mir ein sensibles Thema. Große Mengen gehen nicht. Mein Mann isst viel Obst, ich schneide ihm oft etwas zurecht und nehme mir dann ein kleines Stückchen. Mehr sollte es für mich nicht sein, denn auch Fructose ist nur bis zu einer bestimmten Menge okay.
Als Snacks gibt es bei uns häufig Nüsse. Cashews, die ich liebe, auch als Cashewmus zum Binden von Soßen, außerdem Walnüsse und Mandeln. Ab und an eine kleine Handvoll ist super lecker und macht gut satt. Aus Haselnüssen mache ich mir hin und wieder eine Schokocreme mit echtem Kakao und mit Datteln gesüßt. Diese Creme auf meinen selbstgebackenen Broten ist wirklich ein Traum.
Warum ich das alles teile? Weil ich glaube, dass Klarheit nicht durch Verbote entsteht, sondern durch Beobachtung. Jeder Mensch hat andere Trigger. Mein Weg muss nicht deiner sein. Aber vielleicht macht er dir Mut, genauer hinzuschauen und deinen eigenen zu finden.
Und wer bis hierher mitgelesen hat, merkt wahrscheinlich schon, da kommen in nächster Zeit noch so einige Rezepte 😉 aus der Rubrik: Wie mache ich Nutella in besser 😀