Zuckeralternativen bewusst wählen - was steckt drin?
In Rezepten kann die Wahl des Süßungsmittels einen Unterschied machen. Hier sind die Fakten zu den gängigsten Varianten:
Echter Honig - direkt vom Imker
Honig ist nicht gleich Honig. Hochwertiger, naturbelassener Honig besteht aus einer komplexen Mischung von über 180 Inhaltsstoffen. Neben den Zuckerarten Fructose und Glucose enthält er wertvolle Enzyme, Mineralstoffe und natürliche Hemmstoffe (Inhibine). Diese organische Verbindung sorgt dafür, dass der Zucker oft anders verarbeitet wird als isolierter Haushaltszucker.
Wichtig zu wissen: Viele industrielle Honige werden stark erhitzt oder sogar mit Zuckersirup gestreckt. Dieser "gepanschte" Zucker verliert die schützenden Begleitstoffe des echten Honigs und kann den Insulinspiegel – ähnlich wie weißer Zucker – sehr schnell ansteigen lassen. Da ein hoher Insulinspiegel Entzündungsreaktionen fördern und quasi triggern kann, berichten viele Betroffene, dass sie nur echten, kaltgeschleuderten Honig vom Imker gut vertragen.
Erythrit Zuckeralkohole wie Erythrit haben den Vorteil, dass sie den Blutzuckerspiegel kaum beeinflussen und als entzündungsarm gelten. Bei empfindlichem Darm können sie jedoch ab einer gewissen Menge Blähungen oder Durchfall auslösen.
Stevia ist eine kalorien- und zuckerfreie Alternative aus der Stevia-Pflanze. Manche Menschen reagieren jedoch sensibel auf den Geschmack oder bemerken individuelle Reaktionen im Magen-Darm-Trakt.
Diese Alternativen unterscheiden sich chemisch deutlich von weißem Haushaltszucker. Agavendicksaft besteht zum Großteil aus Fructose. Das führt dazu, dass der Insulinspiegel nach dem Essen deutlich langsamer ansteigt als bei herkömmlichem Zucker. Da Insulin ein Hormon ist, das Entzündungsprozesse im Körper beeinflussen kann, empfinden viele Menschen mit sensibler Haut diese Alternativen als verträglicher.
Dattelsirup und Apfeldicksaft enthalten neben dem Fruchtzucker auch noch Anteile an Mineralstoffen und Antioxidantien.
Dennoch handelt es sich auch hier um konzentrierten Zucker, weshalb die individuelle Menge entscheidend für das Wohlbefinden bleibt.
Kleine persönliche Info: Ich habe schon vor über 18 Jahren durch Tagebuch führen herausgefunden, dass mich herkömmlicher Haushaltszucker total triggert. Da reicht schon ein kleines Zuckerkörnchen aus, und meine HS blüht.
Interessanterweise ist das bei mir bei den oben genannten Alternativen wie Agavendicksaft, Dattelsirup oder Honig nicht der Fall. Das könnte daran liegen, dass diese Lebensmittel anders verstoffwechselt werden und den Insulinspiegel nicht so schlagartig in die Höhe treiben wie isolierter weißer Zucker. Da diese natürlichen Alternativen aber natürlich auch Kalorien haben und eben trotzdem Zuckerarten sind, verwende ich sie zwar gerne, aber sehr sparsam. Es ist oft ein individuelles Ausprobieren, welche Süße der eigene Körper am besten annimmt.